Frühkindliche inklusive Bildung

 
   

Das bin ich:

Frohgemut, offen für Neues, motiviert, einfallsreich, zielstrebig, dabei leider chronisch unpünktlich.

Ich bin seit frühester Kindheit schwerhörig. Seit meinem dritten Lebensjahr habe ich fünfzehn Jahre lang „Innenohr-Klunker“ in zeitgemäß schickem Hautfarbton getragen – bis ich der technischen Mängel und der äußerlich sichtbaren Stigmatisierung überdrüssig war und meine brandneuen Hörgeräte fortan nicht mehr tragen mochte.

Seither muss ich mich häufig rechtfertigen für diese Entscheidung… immerhin stellt mein Verzicht eine Mehrbelastung für andere Personen dar, die sich auf meine Höreinschränkung einstellen müssen.

„Anders“ zu sein gehört zu den grundlegenden Erfahrungen meiner Entwicklung. Und dennoch glaube ich, dass jeder Mensch mit seiner ganz persönlichen Andersartigkeit hadert – und sich nach einer uneingeschränkten Verbundenheit zu anderen Menschen sehnt. Ich möchte mich einsetzen für ein Bildungssystem, welches diese Sehnsucht wertschätzt, zugleich jedoch nicht das Streben nach Gleichheit in den Vordergrund rückt, sondern die Vielfalt als wertvolles Gut anerkennt!

Was ich bisher gemacht habe:

Gelernt - jeden Tag etwas Neues! Und da ist noch so viel mehr zu entdecken…

Warum ich BiB studiert habe:

Weil ich ein Bildungsklima ersehne, das allen Menschen eine Teilnahme mit den gleichen Chancen eröffnet.

Die Pathologisierung und defizitorientierte Sichtweise auf die Menschen, mit denen ich in der ergotherapeutischen Praxis arbeitete, habe ich als zunehmende Beschneidung des menschlichen Rechts auf Individualität empfunden. Ich frage mich: Wie lässt sich therapeutisches Handeln unter Wahrung unzähliger Lebensentwürfe realisieren? Und wie kann ich Kinder darin unterstützen, ihr Potential bestmöglich auszuschöpfen, ohne sie an normativen Entwicklungsskalen zu messen?

Gleichwohl wünsche ich mir eine kritische Auseinandersetzung mit Entwicklungen, die sich unter dem Leitgedanken der Inklusion vollziehen, und erhoffe mir hierzu lebhafte und bereichernde Diskussionen. Ich möchte Inklusion nicht als „Schönwetter-Wort“ erleben und wünsche mir eine zunehmende Professionalisierung der damit verbundenen bildungspolitischen Geschehnisse.