Frühkindliche inklusive Bildung

 
   

Das bin ich:

Mein Name ist Nadine Hähnel. Ich bin 31 Jahre alt, Diplomgeographin, habe eine siebenjährige Tochter und arbeite derzeit studienbegleitend als pädagogische Fachkraft in einem Waldkindergarten in Marburg.

Was ich bisher gemacht habe:

Die Beschäftigung mit der Vielfalt des Lebens auf unserer Erde und deren Wertschätzung und Bewahrung ist für mich ein Lebensthema. Nach meinem Abitur habe ich mich nach langen Auslandsaufenthalten in Israel und Westafrika ganz bewusst dafür entschieden, Geographie zu studieren, weil dadurch in mir ein großes Interesse für die Erforschung von Mensch-Umwelt-Beziehungen geweckt worden war. Schwerpunkte meines Studiums in Marburg und Berlin lagen im Bereich der Vegetationsgeographie, des Naturschutzes und des nachhaltigen Ressourcenmanagements in ökologischen Grenzräumen wie Wüsten oder Hochgebirgen. Meine Diplomarbeit schrieb ich über Integriertes Wasserressourcen-Management im nördlichen Namibia. Als Geographin hatte ich das große Glück, während vieler Auslandsaufenthalte in Asien und in Afrika die unterschiedlichsten Kulturen, Landschaften und Menschen kennenzulernen. Besonders Grenzräume wie Wüsten oder Hochgebirge faszinieren mich, in denen sich das Leben trotz knapper Ressourcen mit einer für mich ganz besonderen Schönheit entfaltet. In 5000 Meter Höhe oder inmitten endloser Sanddünen ändert sich das Bild von der eigenen Existenz und es bleiben wenige Dinge übrig, die wirklich wichtig sind. Etwas ganz wichtiges sind für mich Kinder, ihr Werden und Wachsen liegt in unserer Verantwortung und gleichzeitig gestalten wir so unsere Zukunft.Ich habe mit sehr viel Herzblut Geographie studiert – ursprünglich mit dem Ziel vor Augen, später im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit  oder Entwicklungsforschung tätig zu werden und Menschen in weniger privilegierten Teilen der Welt  zu unterstützen. 

Zur Pädagogik selbst bin ich erst über viele Umwege gekommen. Meine Tochter, die seit sieben Jahren meine Pläne immer wieder durcheinander wirbelt und berechtigte Einwände gegen mein dauerhaftes Fernweh hat, besuchte bis vor kurzem einen Waldkindergarten, der als Eltern-Initiative auch einigen Einsatz von Elternseite her verlangt. Über das Engagement im Vorstand des Waldkindergartens und über ungezählte Vertretungsdienste wurde für mich immer deutlicher, dass mich einerseits das Konzept der Waldpädagogik im Kindergarten als ganz elementare Form der Umweltbildung total überzeugte und ich andererseits so viel Spaß an der Arbeit mit Kindern hatte, dass ich eigentlich nichts anderes mehr machen wollte. So fiel für mich die klare Entscheidung, beruflich noch einmal einen neuen Weg einzuschlagen – auch weil sich in mir zunehmend die Überzeugung entwickelte, hier vor Ort mehr bewegen und verändern zu können als in der Ferne.

Warum ich BiB studiert habe:

Dass Kinder die Natur als elementaren Erfahrungs- und Bildungsraum nutzen können, ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Ich möchte deswegen Kindern im Waldkindergarten diesen Erfahrungsraum öffnen, gerade weil ich als Geographin um dessen Einzigartigkeit aber auch Verletzlichkeit weiß. Kindern ein Bewusstsein für ihre natürliche Umgebung zu vermitteln ist meine Vision und darum habe ich frühkindliche inklusive Bildung studiert, weil im Sinne der Inklusion alle Kinder unsere Zukunft sind. Das Studium stellte für mich dabei sowohl fachlich als auch organisatorisch eine tolle Möglichkeit dar, mich als pädagogische Fachkraft zu qualifizieren.